Abnehmen mit Pulvern & Pillen? Fünf Irrtümer

Feber 2022 | Easy Reading, online only

Der Frühling naht und die bisher nicht rea­li­sierten Neu­jahrs­vor­sätze in Sachen Abnehmen drängen wieder ins Bewusstsein. Schließlich lassen sich die Win­ter­pöls­terchen unter der bald leichter wer­denden Kleidung doch deutlich weniger gut ver­stecken als unter großen Pull­overn. Aber abnehmen ist nun einmal nicht einfach. Es erfordert Kon­se­quenz, Dis­ziplin und Durch­hal­te­ver­mögen. Da ist es nur ver­ständlich, dass man sich nach Unter­stützung umsieht. Die Angebote sind zahl­reich, viele davon sind jedoch mit Vor­sicht ein­zu­setzen, manche am besten über­haupt zu meiden. Die Ver­brau­cher­zen­trale Nordrhein-​Westfalens hat kürzlich eine Über­sicht ver­öf­fent­licht, die wir Ihnen nicht vor­ent­halten wollen. Was sind nun die fünf häu­figsten Irr­tümer zum Abnehmen?

Irrtum 1: Alle Diät-​Mittel sind gut geprüft

Tat­sache ist, dass es sich bei den frei erhält­lichen Pro­dukten um soge­nannte Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel handelt. Im Gegensatz zu Arz­nei­mitteln dürfen diese ohne auf­wändige Prüf- und Kon­troll­ver­fahren in den Handel gebracht werden. Bezeich­nungen wie „natürlich“ oder „rein pflanzlich“ stehen dabei nicht auto­ma­tisch für hohe Qua­lität und Unbe­denk­lichkeit. Vor allem in „ganz natür­lichen Schlank­heits­mitteln“, die im Internet ange­boten werden, sind häufig illegale Arz­nei­sub­stanzen enthalten.

Irrtum 2: Entwässerungsmittel und Appetithemmer sind wirksam und harmlos

Auf den ersten Blick sind Ent­wäs­se­rungs­mittel tat­sächlich wirksam, das täuscht aber. Denn der Gewichts­verlust beruht auf einem Was­ser­verlust, das Kör­perfett bleibt unver­ändert. Außerdem können nicht wenige Ent­wäs­se­rungs­mittel der Gesundheit schaden. Appe­tit­hemmer ent­halten häufig große Mengen von Quell- und Bal­last­stoffen. Nimmt man zu viel davon ein und trinkt gleich­zeitig zu wenig, ist ein Darm­ver­schluss durchaus möglich. Sie sind auch tückisch. Sie machen zwar satt, steigern auf­grund eines Gewöh­nungs­ef­fekts den Appetit aber stark. Wenn man solche Mittel nimmt, emp­fiehlt es sich daher, diese nicht plötzlich abzu­setzen, sondern nach und nach durch bal­last­stoff­reiche Gemüse und Getreide zu ersetzen.

Irrtum 3: Mit einer Formula-​Diät ist die Sache erledigt

Nicht ganz. Zwar emp­fehlen Ernäh­rungs­me­di­ziner Formula-​Diäten als Ein­stieg ins Abnehmen schon, aber nicht als aus­schließ­liche Ernährung, sondern nur als Ersatz einer oder zwei Mahl­zeiten am Tag. Abge­sehen davon ist ohne eine ent­spre­chende Umstellung der Ernährung mit Formula-​Diäten sicher keine nach­haltige Gewichts­re­duktion möglich. Wer wirklich alle Mahl­zeiten durch Formula-​Diäten ersetzen möchte, sollte dies nicht länger als drei Wochen tun und sich mög­lichst ernäh­rungs­me­di­zi­ni­schen oder diä­to­lo­gi­schen Rat holen.

Irrtum 4: Fatburner sind harmlos

Dieser Irrtum kann besonders üble Folgen haben. „Fatburner“ sind Sub­stanzen, von denen ange­nommen wird, dass sie die Fett­ver­brennung im Körper ankurbeln. Bis zu einem gewissen Grad kann man das etwa von Kaffee oder grünem Tee annehmen. Das Angebot, vor allem im Internet, umfasst aber Mischungen sehr vieler unter­schied­licher Pflan­zen­ex­trakte, die häufig alles andere als harmlos sind. Bereits in geringen Mengen können sie uner­wünschte Wir­kungen auf das Herz-​Kreislauf-​System oder Wech­sel­wir­kungen mit Medi­ka­menten ent­falten. In höherer Dosierung sind Blut­hoch­druck, Herz­rasen oder sogar Herz­in­farkt möglich. Statt dem mitt­ler­weile ver­bo­tenen Ephedrin werden neu­er­dings ähnlich wir­kende Sub­stanzen wie Syn­e­phrin oder Bit­ter­orange ein­ge­setzt, die eben­falls als poten­ziell pro­ble­ma­tisch ein­zu­schätzen sind. Vor­sicht ist ins­be­sondere geboten, wenn auf der Packung Men­gen­an­gaben zu den diversen Inhalts­stoffen fehlen.

Irrtum 5: Nahrungsergänzungsmittel haben kaum Kalorien

Da dem häufig nicht so ist, eignen sich viele Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel nicht unbe­dingt zur Unter­stützung beim Abnehmen. Vor allem Pro­dukte in Pul­verform sind häufig kalo­rien­reich und ent­halten viel Zucker. Fehlen ent­spre­chende Angaben, kann man einen hohen Zucker­gehalt meist daran erkennen, dass der Zucker am Anfang der Zuta­ten­liste ange­führt ist. Manche Zucker sind nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen, zum Bei­spiel Maltodextrin.

Alles richtig

Um wirklich abzu­nehmen und das lang­fristig, kann man sich nicht allein auf Hilfs­mittel wie die ange­spro­chenen ver­lassen. Man kommt nicht umhin, die Kalo­ri­en­auf­nahme zu drosseln. Eine erfolg­reiche Gewichts­re­duktion gelingt am besten mit

  • einer Ernäh­rungs­um­stellung zu weniger Kalorien,
  • mehr Bewegung und
  • aus­rei­chend Schlaf und Erholung.

 

Red./KG

 

Lite­ratur:

Ver­brau­cher­zen­trale Nordrhein-​Westfalen, Pres­se­aus­sendung 31.12.2021