Gesunde Ernährung gegen Depressionen

Januar 2022

Depres­sionen und depressive Stö­rungen haben im Zug der Covid-​19-​Pandemie enorm zuge­nommen. Die Ernäh­rungs­weise hat einen nicht zu ver­nach­läs­si­genden Ein­fluss auf deren Ent­stehung und Behandlung und ist damit ein wich­tiger beein­fluss­barer Faktor. Gesunde Ernährung kann das Risiko ver­ringern und die Sym­ptome lindern.

Depres­sionen sind weltweit die zweit­häu­figste Ursache für den Verlust gesunder Lebens­jahre. Depressive Stö­rungen gehören damit zu den häu­figsten, aber auch den am meisten unter­schätzten Gesund­heits­pro­blemen. Im Zug der Covid-​19-​Pandemie ist die psy­chische Belastung enorm gestiegen. Experten gehen davon aus, dass bis zu fünf Mal so viele Men­schen unter depres­siven Sym­ptomen unter­schied­licher Schwe­re­grade leiden.

Nun haben Depres­sionen keine ein­zelne, gut zu iden­ti­fi­zie­rende Ursache. Die Ent­stehung ist mul­ti­fak­to­riell und sehr komplex. Eine nicht zu ver­nach­läs­si­gende Rolle dürfte dabei die Ernäh­rungs­weise spielen, in der Prä­vention ebenso wie in der The­rapie. Es gibt immer mehr Hin­weise in diese Richtung, die aus zahl­reichen großen Beob­ach­tungs­studien sowie einer ganzen Reihe von Inter­ven­ti­ons­studien, also kli­ni­schen Studien stammen. Die ran­do­mi­sierte kon­trol­lierte Studie ist ja der Gold­standard der medizinisch-​wissenschaftlichen For­schung zur Gewinnung von Evidenzen.

Beeinflussbarer Risikofaktor

Ein wich­tiger Aspekt dabei ist, dass die Ernährung ein beein­fluss­barer Risi­ko­faktor ist. Anders als Geschlecht, ver­schiedene Lebens­um­stände, gene­tische und epi­ge­ne­tische Fak­toren sowie schick­sal­hafte Erkran­kungen kann die Ernäh­rungs­weise in hohem Maße selbst bestimmt werden.

Mehr als 50 Beob­ach­tungs­studien in zahl­reichen Ländern – und damit bei sehr unter­schied­lichen Lebens­stilen – haben die Wech­sel­wir­kungen zwi­schen Ernährung und Häu­figkeit von Depres­sionen unter­sucht. Dabei hat sich gezeigt, dass das Risiko depres­siver Stö­rungen bei einer gesunden Ernäh­rungs­weise um bis zu 32 Prozent geringer ist als bei einer unge­sunden Ernährung. Kli­nische Studien kommen zu ver­gleich­baren Ergebnissen.

Zu bedenken ist aller­dings auch, dass Depres­sionen sich negativ auf das Ess­ver­halten aus­wirken können und die Betrof­fenen zu viele unge­sunde Nah­rungs­mittel zu sich nehmen.

Was „gesunde Ernährung“ bedeutet

Was macht eine gesunde Ernährung nun aus, die das Risiko von Depres­sionen ver­ringert und bei der Behandlung unter­stützend wirkt? Die Grund­sätze decken sich mit den bekannten Emp­feh­lungen für eine gesunde, sprich pflan­zen­ba­sierte Ernährung. In Stich­worten: Reichlich Gemüse und Obst, Vollkorn(produkte), Milch­pro­dukte mit eher geringem Fett­gehalt, eher fettarme Pro­te­in­quellen, Fisch reich an Omega-​3-​Fettsäuren und Olivenöl.

 

Red./KG

 

Lite­ratur:

Kris-​Etherton PM, Petersen KS, Hibbeln JR et al. Nut­rition and beha­vioral health dis­orders: depression and anxiety. Nutr Rev 2021; 79: 247–260