Soja und Nachhaltigkeit

Juli 2014 | Fachlich-Sachlich

Es ist zunehmend aner­kannt, dass die Ernährung nicht nur nach gesund­heit­lichen Kri­terien, sondern auch nach Kri­terien der Nach­hal­tigkeit zu bewerten ist (Lang et al., 2009; LV, 2009; LNV, 2009; Macdi­armid et al., 2011; Health Council of the Nether­lands, 2011). Noch nie hatte das mensch­liche Handeln derart weit­rei­chende Aus­wir­kungen auf die Erde wie heute. Dabei fällt die Pro­duktion von Lebens­mitteln im Hin­blick auf den Ver­brauch natür­licher Res­sourcen neben der Ver­sorgung mit Wasser, Obdach und Energie besonders ins Gewicht (Vel­linga und Herb, 1999). Das vor­lie­gende Posi­ti­ons­papier des wis­sen­schaft­lichen Beirats der European Natural Soy­foods Manu­fac­turers Asso­ciation (ENSA) prüft, wie und in welchem Ausmaß Soja­pro­dukte zu einer nach­hal­ti­geren Zukunft bei­tragen können.

Was ist Nachhaltigkeit?

Nach einer 20 Jahre wäh­renden Debatte über die Nutzung der glo­balen Res­sourcen ist die Welt­kom­mission für Umwelt und Ent­wicklung (WCED, World Com­mission on Envi­ronment and Deve­lo­pment) zum Schluss gekommen, dass zwi­schen welt­weiter Umwelt­schä­digung, Armut und raschem Bevöl­ke­rungs­wachstum ein ein­deu­tiger Zusam­menhang besteht (Brundtland, 1987). Die WCED stellt weiters fest, dass „die Menschheit die Fähigkeit hat, die Ent­wicklung nach­haltig zu gestalten, um zu gewähr­leisten, dass die Bedürf­nisse der heu­tigen Generation erfüllt werden, ohne die Mög­lich­keiten zukünf­tiger Genera­tionen zu gefährden, ihre eigenen Bedürf­nissen zu befrie­digen.” Diese ver­breitete Defi­nition für nach­haltige Ent­wicklung ver­knüpft das Potenzial der Umwelt, die Bedürf­nisse der Men­schen zu befrie­digen, mit sozialen Gerech­tig­keits­theorien innerhalb und zwi­schen den Genera­tionen als Grundlage öko­lo­gi­scher, öko­no­mi­scher und sozialer Aspekte von Nach­hal­tigkeit (Lang­helle, 2000). Öko­logie, Öko­nomie und Gesell­schaft werden meist als die zen­tralen Ele­mente von Nach­hal­tigkeit gesehen. Häufig werden auch Aspekte wie Gesundheit, Gerech­tigkeit und Tier­schutz ein­be­zogen.

Noch nie war die Welt­be­völ­kerung so groß und der Lebens­standard so hoch wie heute – beides mit weiter stei­gender Tendenz. Dabei ist der Zugang zu Lebens­mitteln durch ein starkes Ungleich­ge­wicht geprägt. Während rund eine Mil­liarde Men­schen hungert, sind etwa gleich viele Men­schen fett­leibig (Bed­dington et al., 2012: S. 8).

Wie Lindblom (1990) bemerkt, ist es für eine hete­rogene Gesell­schaft trotz eines all­gemein aner­kannten Ziels wie Nach­hal­tigkeit oftmals ein­facher, sich auf zu ver­mei­dende Leiden (z. B. Armut, pro­duk­ti­ons­be­zogene Aus­wir­kungen) zu einigen, als auf zu errei­chende Ideale (z. B. die optimale Ein­kom­mens­ver­teilung). So ist davon aus­zu­gehen, dass die Kon­zeption von Nach­hal­tigkeit von Seiten der Industrie (WBCSD, 2012) anders gefasst ist als es aus Sicht der Kon­su­menten der Fall ist. Dabei wird Nach­hal­tigkeit in erster Linie mit Attri­buten wie „natürlich“ und „gerecht“ ver­knüpft (Klop­penburg et al., 2000).

Um die Aus­wir­kungen mensch­licher Akti­vi­täten auf die Umwelt zu ver­ringern, ist ein schritt­weiser Wandel eher geeignet als ein­zelne suk­zessive Ver­bes­se­rungen (Vel­linga et al., 1998; Weaver et al., 2000). Als die drei wich­tigsten Angriffs­punkte für einen solchen schritt­weisen Wandel wird die Ver­sorgung mit Lebens­mitteln, Energie und Wasser genannt. Nach­hal­tigkeit ist kein sta­ti­scher Begriff. Was gestern nach­haltig war, ist nicht zwangs­läufig heute noch nach­haltig, geschweige denn morgen. Nach­hal­tigkeit sollte als Auf­for­derung zur Erhaltung des Anpas­sungs­ver­mögens und der Wider­stands­fä­higkeit der natür­lichen bio­ti­schen und abio­ti­schen Systeme ver­standen werden, die letztlich die Grundlage jeder sozialen und wirt­schaft­lichen Ent­wicklung dar­stellen.

Priorisierung von Umwelteinflüssen

In einer rich­tungs­wei­senden Abhandlung von Rock­ström et al. (2009) wurden die wich­tigsten anthro­po­genen Umwelt­ein­flüsse zusam­men­ge­fasst und in eine Rang­liste gebracht (Tab. 1). Dabei sind fol­gende Zusam­men­hänge zu erkennen (Aiking, 2011):

  • Die Lebens­mit­tel­pro­duktion ist eine zen­trale Trieb­kraft bei allen anthro­po­genen Umwelt­ein­flüssen.
  • Die drei wich­tigsten Umwelt­pro­bleme – der Verlust bio­lo­gi­scher Vielfalt, die Störung des Stick­stoff­kreis­laufes und die Störung des Koh­len­stoff­kreis­laufs (=Kli­ma­wandel) – beein­flussen sich gegen­seitig.
  • Das ver­bin­dende Element zwi­schen den drei wich­tigsten Umwelt­pro­blemen ist die Pro­duktion tie­ri­schen Pro­teins für die Human­er­nährung.

Nicht nur deshalb ist die Pro­te­in­pro­duktion ein idealer Ansatz­punkt für Gegen­maß­nahmen. Sie geht auch mit einem unver­hält­nis­mäßig hohen Ver­brauch natür­licher Res­sourcen einher. Ihre Ver­rin­gerung würde sowohl der Ver­sor­gungs­si­cherheit als auch der Nach­hal­tigkeit von Lebens­mitteln zu Gute kommen (de Boer and Aiking, 2011).

Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit von Lebensmitteln

Die Lebens­mit­tel­pro­duktion ist eine der Haupt­ur­sachen für Umwelt­schä­digung und Res­sour­cen­ver­knappung. Sie bean­sprucht große Teile der eis­freien Erd­ober­fläche (33%), des Süß­wassers (70%) und der Ener­gie­pro­duktion (20%) (Smil, 2000; 2002b). Bei einer wei­teren Zunahme der welt­weiten Lebens­mit­tel­pro­duktion ist auch von einer wei­teren Zunahme der damit ver­bun­denen Umwelt­aus­wir­kungen aus­zu­gehen (Abb. 1). Dazu gehören Aus­wir­kungen auf die bio­lo­gische Vielfalt (Nie­renberg, 2006; Erisman et al., 2008), das Klima und die mensch­liche Gesundheit (McMi­chael et al., 2007).

Bisher konnte die Lebens­mit­tel­pro­duktion mit dem Bevöl­ke­rungs­wachstum vor allem auf­grund der durch Bewäs­serung und Düngung erzielten Ertrags­stei­ge­rungen und der Stei­gerung der Pro­te­in­pro­duktion durch Inten­si­vierung der Tier­haltung Schritt halten. Damit ver­bunden sind jedoch häufig pro­ble­ma­tische und aus Tier­schutz­gründen nicht ver­tretbare Lebens­be­din­gungen für Tiere. Weiters stehen damit Gesund­heits­pro­bleme bei Tieren und Men­schen in Zusam­menhang, die sich u.a. in BSE, Maul- und Klau­en­seuche, Schwei­ne­fieber, Vogel­grippe, Q‑Fieber und EHEC zeigen. Auch die „Adi­po­si­ta­sepi­demie“ ist nicht zuletzt auf eine nicht optimale Lebens­mit­tel­pro­duktion zurück­zu­führen.

Ein großes Problem stellen die Antibiotika-​Resistenzen dar (EMEA, 2009). Anti­bio­ti­ka­re­sis­tente Bak­terien wie MRSA oder ESBL sind auf die Ver­wendung von Anti­biotika in der Mas­sen­tier­haltung zurück­zu­führen (Johnson et al., 2009; Price et al., 2012). Der pro­phy­lak­tische Zusatz von Anti­biotika zum Tier­futter wurde 2006 in der EU ver­boten, die the­ra­peu­tische Ver­wendung in der Tier­haltung hat aber zuge­nommen. Sie ist etwa fünfmal höher als in der Human­me­dizin.

In Hin­blick auf die Sicherung der Lebens­mit­tel­ver­sorgung resü­mieren Godfray et al. (2010): „Das stetige Bevölkerungs- und Kon­sum­wachstum haben zur Folge, dass die globale Nach­frage nach Lebens­mitteln noch min­destens weitere 40 Jahre steigen wird. Der zuneh­mende Wett­bewerb um Land, Wasser und Energie wird sich, ein­her­gehend mit der Über­fi­schung, auf die Lebens­mit­tel­pro­duktion aus­wirken, ebenso die Not­wen­digkeit, deren Aus­wir­kungen auf die Umwelt zu redu­zieren. Die Aus­wir­kungen des Kli­ma­wandels stellen eine weitere Bedrohung dar. Aber die Welt kann sehr wohl mehr Lebens­mittel pro­du­zieren und gleich­zeitig sicher­stellen, dass diese effi­zi­enter und gerechter genutzt werden. Um eine nach­haltige und gerechte Ver­sorgung mit Lebens­mitteln zu gewähr­leisten, wird eine viel­schichtige und ver­kettete globale Stra­tegie benötigt.”

In den kom­menden vier Jahr­zehnten werden wir einer bei­spiel­losen zwei­fachen Her­aus­for­derung gegen­über­stehen, nämlich die Ver­sor­gung­s­i­cherheit als auch die Nach­hal­tigkeit von Lebens­mitteln weltweit zu gewähr­leisten. Im Jahr 2050 wird die welt­weite Nach­frage nach Lebens­mitteln etwa 60% höher sein als 2005/​2007 (Alex­and­ratos und Bru­insma, 2012: S. 7). Um gleich­zeitig die Umwelt­aus­wir­kungen der Lebens­mit­tel­pro­duktion zu ver­ringern, müssen diese auf ein Viertel der heu­tigen Werte redu­ziert werden. Teil­weise kann dies durch eine Ver­rin­gerung der Lebens­mit­tel­ab­fälle erreicht werden, die in den Haus­halten bis zu 30% betragen (Ventour, 2008). Lebens­mittel für 10 Mil­li­arden Men­schen zu pro­du­zieren, scheint tech­no­lo­gisch möglich (WRR, 1995; Evans, 1998). Dies jedoch ohne Gefährdung der Nach­hal­tigkeit durch Umwelt­ver­schmutzung und Res­sour­cen­ver­knappung zu erreichen, ist eine stetig wach­sende Her­aus­for­derung (Hoffmann, 2001; Tilman et al., 2002).

Protein und Stickstoff

Pro­teine sind von zen­traler Bedeutung für die Ernährung (Smil, 2002a), da sie die wich­tigste Quelle für Stick­stoff als wesent­licher Bestandteil von DNA, RNA und Human­protein sind. Smil (2001) berechnete, dass die Welt­be­völ­kerung vor dem groß­flä­chigen Einsatz von Dün­ge­mitteln infolge der Stick­stoff­knappheit auf etwa 3 Mil­li­arden Men­schen begrenzt war, das ist weniger als die Hälfte von heute.

Für die Her­stellung von Stick­stoff­dünger werden in den USA 37% der gesamten für die Land­wirt­schaft benö­tigten Energie ver­braucht (Lang et al., 2009: S. 193), was einen signi­fi­kanten Beitrag zum Kli­ma­wandel dar­stellt (Smil, 2001; Erisman et al., 2008). Ein großer Teil des Stick­stoffs in Dün­ge­mitteln wird an die Umwelt abge­geben. Vom Men­schen wurden 2005 lediglich 17% davon in Form pflanz­licher Erzeug­nisse, Milch- oder Fleisch­pro­dukte kon­su­miert. Die Stickstoff-​Nutzungseffizienz von Pflanzen nimmt ab, die Ammo­ni­ak­emission aus Dünger steigt. Dieser „reaktive Stick­stoff” wird in großen Mengen über die Luft unter anderem in stick­stoffarme Öko­systeme trans­por­tiert und führt dort zu einer unbe­ab­sich­tigten Düngung. Stick­stoffarme Öko­systeme können diesen Nah­rungs­zu­fluss nicht ver­werten und geraten aus dem Gleich­ge­wicht. Damit wird reak­tiver Stick­stoff zu einer der Haupt­ur­sachen für den Bio­di­ver­si­täts­verlust (Townsend und Howarth, 2010). Die Umwelt­ver­schmutzung durch Vieh­zucht­be­triebe wirkt sich sowohl auf ter­res­trische, Wald­arten zum Bei­spiel, als auch auf aqua­tische Öko­systeme aus (Raney et al., 2009: S. 59). Eine Über­düngung aqua­ti­scher Öko­systeme kann zu Algen­blüten und „toten“ Zonen führen.

Reak­tiver Stick­stoff aus Dünger trägt also wesentlich zur Abnahme der Bio­di­ver­sität und zum Kli­ma­wandel bei und hat eine Reihe wei­terer nega­tiver Aus­wir­kungen, unter anderem auf die Gesundheit des Men­schen (McMi­chael et al., 2007; Erisman et al., 2008; Townsend et al., 2010; Westhoek et al., 2011). Der anthro­pogene Beitrag zum Koh­len­stoff­kreislauf durch mine­ra­lische Kraft­stoffe beträgt 1 bis 2%, der anthro­pogene Beitrag zum Stick­stoff­kreislauf durch Kunst­dünger jedoch 100 bis 200%. Infol­ge­dessen ordnen Rock­ström et al. (2009) Stö­rungen des Stick­stoff­kreis­laufs in ihrer Rang­liste ganz oben ein (Tab. 1). Der der­zeitige Verlust der Bio­di­ver­sität über­steigt die ange­nommene Nach­hal­tig­keits­grenze um einen Faktor von mehr als 10. Die Störung des Stickstoff- und des Koh­len­stoff­kreis­laufs (Kli­ma­wandel) um einen Faktor von 3,45 bezie­hungs­weise 1,1 bis 1,5. Da die Störung des Stick­stoff­kreis­laufs starke Aus­wir­kungen auf die Bio­di­ver­sität und den Koh­len­stoff­kreislauf (Kli­ma­wandel) hat, wurde die Pro­te­in­pro­duktion im Rockström-​Ranking als die zen­trale Ver­bindung zwi­schen den drei wich­tigsten Umwelt­pro­blemen dar­ge­stellt (Aiking, 2011).

Tierische vs. pflanzliche Proteine

Der Konsum von Fleisch wird tra­di­tionell mit einem hohen sozialen Status asso­ziiert (Beards­worth und Keil, 1997). Während die Welt­be­völ­kerung sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts ver­dop­pelte, stieg ihr Appetit auf Fleisch­pro­dukte auf das Fünf­fache. Dies führte dazu, dass zwi­schen 1960 und 2007 mehr als 38% der welt­weiten Getrei­de­ernte an Nutz­tiere ver­füttert wurde (Evans, 1998; WRI, 2011). Tabelle 2 zeigt den Zusam­menhang zwi­schen Ein­kommen und Fleisch­verzehr. Die Welt­be­völ­kerung wird zwi­schen 2000 und 2050 um 50%, die Pro­duktion von Fleisch und anderen tie­ri­schen Lebens­mitteln Schät­zungen zufolge aber um 100% anwachsen. Bei der Milch­pro­duktion wird mit einem Anstieg von 580 auf 1.043 Mil­lionen Tonnen gerechnet (Steinfeld et al., 2006: S. 275). Eine starke Zunahme des Fleisch­konsums wird zum Bei­spiel in China erwartet, ein stark stei­gender Konsum von Mol­ke­rei­pro­dukten in Indien.

Die Umwandlung von pflanz­lichem in tie­ri­sches Protein ist ein für das Tier opti­mierter Stoff­wech­sel­prozess. Die Umwandlung von Protein aus Fut­ter­pflanzen in tie­ri­sches Protein für den mensch­lichen Konsum ist grund­sätzlich nicht res­sour­cen­ef­fi­zient. Daher zeichnet die intensive Pro­duktion von tie­ri­schem Protein für einen über­pro­por­tional großen Anteil der Umwelt­be­lastung ver­ant­wortlich (Gilland, 2002; Steinfeld et al., 2006). Im Schnitt sind 6kg pflanz­liches Protein erfor­derlich, um 1kg tie­ri­sches Protein zu erzeugen (Smil, 2000; Pimentel und Pimentel, 2003). Folglich werden nur rund 15% der in Fut­ter­pflanzen ent­hal­tenden Pro­teine und Energie indirekt vom Men­schen kon­su­miert, an die 85% werden im Grund genommen ver­schwendet. Im Jahr 2000 wurden 942 bezie­hungs­weise 617 Mil­lionen Tonnen Getreide für Lebens­mittel und Futter pro­du­ziert (Msangi und Rose­grant, 2009: S. 27). Da vom Fut­ter­ge­treide den Berech­nungen zufolge rund 85% ver­schwendet werden, sind das weit mehr als 500 Mil­lionen Tonnen, die außerdem in reak­tiven Stick­stoff umge­wandelt werden, der die Umwelt belastet. Fisch und Aqua­kultur können dieses Problem nicht beheben (Nel­leman et al., 2009; Westhoek et al., 2011). Die Pro­te­in­um­wand­lungs­ef­fi­zienz hängt von der Tierart ab. Geflügel und Schweine wandeln Protein effi­zi­enter um als Rinder, die aber bei Gras­füt­terung keine Fut­ter­pflanzen benö­tigen, die mit Nah­rungs­pflanzen im Wett­bewerb um zunehmend knappe Agrar­nutz­flächen und Süß­was­ser­res­sourcen stehen.

In einem als Wen­de­punkt bezeich­neten Bericht der Ernährungs- und Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sation der Ver­einten Nationen (Food and Agri­culture Orga­niz­ation of the United Nations, FAO) über die Umwelt­aus­wir­kungen der Vieh­wirt­schaft werden Umwelt­ver­schmutzung und Res­sour­cen­ver­knappung the­ma­ti­siert (Steinfeld et al., 2006). Die über­mäßige Pro­duktion von tie­ri­schem Protein spielt eine ent­schei­dende Rolle bei allen drei „pla­ne­ta­ri­schen Grenzen”, die von der Menschheit bereits über­schritten wurden, d. h. dem Bio­di­ver­si­täts­verlust sowie der Störung des Stickstoff- und des Koh­len­stoff­kreis­laufs (Aiking, 2011). Bestätigt wurde diese Fest­stellung von einer Analyse der Aus­wir­kungen der Pro­te­in­pro­duktion in Europa und mög­licher Optionen für deren Redu­zierung (Westhoek et al., 2011).

Sojaprodukte und die Nachhaltigkeitsperspektive

Ressourceneffizienz

Weltweit werden etwa 400 Mil­lionen Hektar Land (ungefähr die Fläche der EU-​27) für Fut­ter­pflanzen, vor­nehmlich Getreide und Ölsaaten, ver­wendet (PROFETAS, 2012; Aiking et al., 2006: S. 172). Diese Fut­ter­pflanzen ent­halten rund 144 Mil­lionen Tonnen Protein. Unter Annahme einer relativ hohen, auf einer lang­fris­tigen USDA-​Statistik für Geflügel basie­renden, Umwand­lungs­ef­fi­zienz von 20% (Smil, 2002c), können diese Fut­ter­mit­tel­pflanzen maximal 29 Mil­lionen Tonnen Fleisch­protein für den mensch­lichen Konsum liefern. Um 29 Mil­lionen Tonnen pflanz­liches Protein für den direkten mensch­lichen Konsum zu pro­du­zieren, genügen etwa 25 Mil­lionen Hektar Soja, das ent­spricht der Fläche Groß­bri­tan­niens. Dadurch würden weltweit 375 Mil­lionen Hektar Land frei.

Das weit über das Sechs­fache hin­aus­ge­hende Ver­hältnis zwi­schen 400 und 25 Mil­lionen rührt daher, dass die Ölsaaten ver­schieden sind und Soja den höchsten Pro­tein­anteil (ca. 40%) aller Nutz­pflanzen hat. Eine Umstellung von tie­ri­schem Protein zu Soja-​Protein steigert die Res­sour­cen­ef­fi­zienz erheblich. Die Res­sour­cen­ef­fi­zienz wird durch den deutlich gerin­geren Land‑, Dünger- und ins­be­sondere Süß­was­ser­bedarf noch ver­stärkt und hat auf alle von Rock­ström iden­ti­fi­zierten Umwelt­ein­flüsse (Tab. 1) positive Effekte.

Gesundheit

Kost­formen wie die medi­terrane Ernährung der frühen 1960er Jahre sind durch einen hohen Anteil pflanz­lichem und einen geringen Anteil von tie­ri­schem Protein (Grigg, 1999) gekenn­zeichnet. Laut de Boer et al. (2006) blieb der Konsum von pflanz­lichem Protein in den EU-​15 zwi­schen 1961 und 2001 so gut wie kon­stant während der Ver­brauch von tie­ri­schem Protein überall stieg, mit Abstand am stärksten in den medi­ter­ranen Ländern (Abb. 2).

Die gesamte Pro­te­in­ver­sorgung (= Pro­duktion + Importe – Exporte) in den EU-​15 lag zwi­schen 95,8 und 118,9 g/​Tag. Unter Berei­nigung der Haus­halts­ver­luste von 25 bis 30% (Quist, 2000; Ventour, 2008) beträgt der durch­schnitt­liche Konsum in Europa daher min­destens 150% des emp­foh­lenen Tages­be­darfs von 50 bis 60 g/​Tag (Health Council of the Nether­lands, 2001). Folglich gibt es einen großen Spielraum für eine Ernährung, die weniger von tie­ri­schem Protein abhängt und deshalb auch im Hin­blick auf Nach­hal­tigkeit attraktiv ist.

Von einem gerin­geren Verzehr tie­ri­scher Pro­dukte würde nicht nur der Umwelt­schutz, sondern auch die Gesundheit pro­fi­tieren (Health Council of the Nether­lands, 2011). Idea­ler­weise sollte die Ernährung dahin­gehend modi­fi­ziert werden, dass

  • sie ein Drittel weniger Protein enthält (der durch­schnitt­liche Mehr­verzehr),
  • ein Drittel des tie­ri­schen Pro­teins durch pflanz­liches Protein ersetzt wird und
  • das ver­blei­bende tie­rische Protein (haupt­sächlich Fleisch) von Tieren aus Frei­land­haltung stammt (Aiking et al., 2006: S. 211).

Soja­pro­dukte für den mensch­lichen Konsum würden sehr gut zu diesen Emp­feh­lungen passen, da sie res­sour­cen­ef­fi­ziente Pflan­zen­pro­teine ent­halten und reich an unge­sät­tigten Fett­säuren sind.

Lebensmittelpreise und Versorgungssicherheit

Der Anteil von tie­ri­schem Protein in der Ernährung ist in erster Linie ein­kom­mens­ab­hängig (Keyzer et al., 2005), die Pro­te­in­quelle hängt auch von kul­tu­rellen Aspekten ab (Beards­worth und Keil, 1997). Lebens­mittel kosten heute real weniger als halb so viel wie 1960, was vor allem auf Ertrags­stei­ge­rungen zurückgeht. Pro Kopf werden heute um 40% mehr Lebens­mittel pro­du­ziert als vor vierzig Jahren. In den nächsten vierzig Jahren werden um weitere 60% mehr Lebens­mittel benötigt (Alex­and­ratos und Bru­insma, 2012), wobei sich der Kli­ma­wandel und die beglei­tende Ver­knappung von Land- und Was­ser­res­sourcen ver­stärken dürfte (Bed­dington et al., 2012). Infol­ge­dessen zeigen globale Markt­preis­pro­gnosen des Inter­na­tio­nalen For­schungs­in­stituts für Agrar- und Ernäh­rungs­po­litik (Inter­na­tional Food Policy Research Institute, IFPRI), dass die Getrei­de­preise noch vor 2050 um 30 bis 50% und die Fleisch­preise um 20 bis 30% steigen könnten (Msangi and Rose­grant, 2009). Andere Pro­gnosen gehen sogar von einem glo­balen Anstieg der Lebens­mit­tel­preise um 70 bis 90% bis 2030 aus (de Boer und van Bergen, 2012: S. 30).

Im November 2010 (FAO, 2010) warnte die FAO vor einem Anstieg der Lebens­mit­tel­preise über die Höchst­stände von 2008 hinaus. Wenige Monate später wurden die Pro­gnosen wahr und ein Ende der Ent­wicklung ist nicht abzu­sehen (Car­rington und Vidal, 2011). In einem Bericht der bri­ti­schen Behörden (Fore­sight, 2011) heißt es: „Die Preis­stei­ge­rungen in den Jahren 2007/​2008 waren zwar his­to­risch gesehen eher gering, brachten aber 100 Mil­lionen Men­schen in Hun­gersnot. Größere Preis­stei­ge­rungen könnten die Ent­wick­lungs­fort­schritte der letzten 20 Jahre zunichte machen und gewaltsame Kon­flikte sowie eine erhöhte Migration fördern.“ Als die US-​Maisernte 2012 von Dürren bedroht war, wurden ähn­liche War­nungen aus­ge­sprochen (FAO, 2012), ein Preis­an­stieg konnte durch sorg­samen Umgang mit Res­sourcen aber gedämpft werden (Andrews-​Speed et al., 2012).

Alles in allem wird deutlich, dass der anhal­tende Preis­druck bei Lebens­mitteln durch das Ersetzen von tie­ri­schem durch pflanz­liches Protein wie Soja signi­fikant redu­ziert werden kann. Auf diese Weise können die hohen Umwand­lungs­ver­luste von pflanz­lichem in tie­ri­sches Protein ver­mieden werden.

Fazit

Der nie­der­län­dische Gesund­heitsrat (The Health Council of the Nether­lands) ver­ein­barte 2011, in seinen Ernäh­rungs­richt­linien eine Ernäh­rungs­weise mit weniger tie­ri­schen Pro­dukten anzu­streben. Damit könnten die Land‑, Süßwasser- und Bio­di­ver­si­täts­res­sourcen signi­fikant ent­lastet und das Tierwohl sowie die mensch­liche Gesundheit gefördert werden.

Euro­päische Länder wie Groß­bri­tannien (DEFRA, 2009), Schweden (LV, 2009) und die Nie­der­lande (LNV, 2009) haben grund­satz­po­li­tische Berichte ver­öf­fent­licht, die sich mit den in Zusam­menhang ste­henden Pro­blemen der Ver­sor­gungs­si­cherheit mit Lebens­mitteln, Nach­hal­tigkeit und Gesundheit (ein­schließlich Adi­po­sitas, Herz-​Kreislauf-​Erkrankungen und Dia­betes) befassen.

Die Lebens­mit­tel­in­dustrie legt den Schwer­punkt auf Gesundheit und zunehmend auch auf Nach­hal­tigkeit. Trotz des hohen sozialen Status von Fleisch sind Kon­su­menten teil­weise bereit, auf Fleisch zu ver­zichten (de Boer et al., 2009), wobei der gesund­heit­liche Nutzen eine wich­tigere Moti­vation dar­stellt als Umwelt­be­lange (Beards­worth und Bryman, 2004). Folglich ist die End­ver­brau­cher­kom­mu­ni­kation von großer Bedeutung. Die Beweg­gründe der Kon­su­menten unter­scheiden sich grund­legend von jenen der behörd­lichen und indus­tri­ellen Ent­schei­dungs­träger (de Boer et al., 2011). Es gibt kein „Uni­ver­sal­konzept“, es exis­tieren zahl­reiche Unter­schiede zwi­schen ein­zelnen Ländern und Ver­brau­cher­gruppen.

Der welt­weite Lebens­mit­tel­bedarf steigt ebenso rasant wie die Umwelt­aus­wir­kungen der Pro­duktion. Die Lebens­mit­tel­preise werden weiter steigen und vor allem die Armen treffen. Eine Maxi­mierung der Pro­duk­ti­vität alleine genügt nicht, um diesen Pro­blemen zu begegnen. Trotz der kom­plexen Pro­duk­ti­ons­land­schaft müssen umwelt­be­zogene und soziale, „gerechte“ Fak­toren opti­miert werden (Godfray et al., 2010). Ob aus Umwelt­gründen, wegen explo­die­render Preise oder einer Kom­bi­nation aus beidem – eine Ent­wicklung hin zu einer Ernäh­rungs­weise mit weniger tie­ri­schem Protein scheint in den west­lichen Ländern unver­meidlich.

Die Aus­wir­kungen auf die Nach­hal­tigkeit werden vom Ausmaß der Ernäh­rungs­än­derung abhängen. Ein neues Gleich­ge­wicht zwi­schen pflanz­lichen und tie­ri­schen Pro­dukten wird wahr­scheinlich maß­geblich von öko­no­mi­schen Variablen wie dem Ein­kommen und den rela­tiven und abso­luten Preisen der Erzeug­nisse, d. h. Fisch, Milch, Eier, Getreide und Soja, abhängen. Pflanz­liche Erzeug­nisse ein­schließlich von Soja­pro­dukten können in jedem Fall eine wichtige Rolle beim Übergang zu gesunden und nach­hal­tigen Ernäh­rungs­weisen spielen. Ver­sor­gungs­si­cherheit von Lebens­mitteln, Gerech­tigkeit, Gesundheit, Klima und Bio­di­ver­sität können von diesem Übergang pro­fi­tieren.

Zusammenfassung

  • Eine nach­haltige Ent­wicklung ist unab­dingbar, um die Bedürf­nisse der heu­tigen Generation zu erfüllen, ohne die Mög­lich­keiten künf­tiger Genera­tionen zu gefährden, ihre eigenen Bedürf­nisse zu befrie­digen. Dafür ist ein schritt­weiser Wandel erfor­derlich.
  • Als die drei wich­tigsten Ansatz­punkte für Ver­än­de­rungen hin zu mehr Nach­hal­tigkeit gelten die Pro­duktion bzw. Ver­sorgung mit Lebens­mitteln, Energie und Wasser.
  • Die Lebens­mit­tel­pro­duktion ist eine der Haupt­ur­sachen für Umwelt­schäden und Res­sour­cen­ver­knappung. Die drei wich­tigsten Umwelt­pro­bleme – Bio­di­ver­si­täts­verlust, Störung des Stick­stoff­kreis­laufs, Störung des Koh­len­stoff­kreis­laufs (Kli­ma­wandel) – sind durch die Pro­duktion von tie­ri­schem Protein eng mit­ein­ander ver­knüpft.
  • Die Umwandlung von Protein aus Fut­ter­pflanzen in tie­ri­sches Protein für den mensch­lichen Konsum ist grund­sätzlich nicht res­sour­cen­ef­fi­zient. Eine Umstellung auf Soja-​Protein steigert die Res­sour­cen­ef­fi­zienz erheblich.
  • Idea­ler­weise sollte die Ernährung dahin­gehend modi­fi­ziert werden, dass sie ein Drittel weniger Protein enthält (der durch­schnitt­liche Mehr­verzehr), ein Drittel des tie­ri­schen Pro­teins durch pflanz­liches Protein ersetzt wird und das ver­blei­bende tie­rische Protein (haupt­sächlich Fleisch) von Tieren aus Frei­land­haltung stammt. Diese Ände­rungen hätten positive Aus­wir­kungen auf die Gesundheit, die Umwelt und das Wohl­ergehen der Tiere.
  • Soja­pro­dukte für den mensch­lichen Konsum passen sehr gut zu den glo­balen Bedürf­nissen, da Soja res­sour­cen­ef­fi­zi­entes Pflan­zen­protein enthält und eine für die mensch­liche Gesundheit vor­teil­hafte Fett­säu­re­zu­sam­men­setzung.
  • Soja­pro­dukte können bei einem Übergang zu gesunden und nach­hal­tigen Ernäh­rungs­formen eine wichtige Rolle spielen. Ver­sor­gungs­si­cherheit von Lebens­mitteln, Gerech­tigkeit, Gesundheit, Klima und Bio­di­ver­sität können davon pro­fi­tieren.

Lite­ratur:

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