ÖÄK-​Aufklärungskampagne „Schlaganfall“

Januar 2013

Er trifft die Men­schen meist völlig unvor­be­reitet, wie ein Schlag eben – der Schlag­anfall. Tat­sächlich gibt es dabei aber meist eine lange Vor­ge­schichte, geprägt von einem unge­sunden Lebensstil, die damit auch bis zu einem beträcht­lichen Ausmaß positiv beein­flusst werden könnte. Die Öster­rei­chische Ärz­te­kammer (ÖAK) hat nun eine Auf­klä­rungs­kam­pagne gestartet, um die Bevöl­kerung auf die Risiken und auf die Vor­sor­ge­mög­lich­keiten auf­merksam zu machen.

„Jährlich erleiden rund 25.000 Öster­rei­che­rinnen und Öster­reicher einen Schlag­anfall“, umreißt der Prä­sident der ÖÄK, Artur Wech­sel­berger, das Ausmaß des Pro­blems. „Die meisten erholen sich dank der enorm ver­bes­serten The­ra­pie­mög­lich­keiten wieder, aber jeder Fünfte bleibt pfle­ge­be­dürftig – und 15 Prozent der Betrof­fenen sterben innerhalb eines Monats.“

In den meisten Fällen ist bezie­hungs­weise wäre der Schlag­anfall kein unab­wend­bares Schicksal. Liegen die Ursachen ja vor allem im unge­sunden Lebensstil begründet. Man geht davon aus, dass 80 Prozent der Fälle ver­hindert werden könnten. Bewe­gungs­mangel und Über­ge­wicht führen zu hohem Blut­druck, Dia­betes und Athe­ro­sklerose. Bei einer Vor­er­krankung wie etwa Blut­hoch­druck oder Dia­betes kommt es im Rahmen einer kon­se­quenten Sekun­där­prä­vention darauf an, diese Risi­ko­fak­toren in Grenzen zu halten.

Faktor Ernährung

Ein gewisser Zusam­menhang mit der Ernäh­rungs­weise ist evident. Über­ge­wicht als Resultat einer inad­äquaten Ener­gie­ba­lance hat de facto immer auch mit Ernährung zu tun, die Ernäh­rungs­kom­po­nente bei Blut­hoch­druck ist zum einen als Folge des Über­ge­wichts gegeben, zum anderen spielt in diesem Zusam­menhang bekann­ter­maßen der Salz­konsum bei salz­sen­siblen Per­sonen eine beträcht­liche Rolle.

Gibt es nun aber auch spe­zielle Ernäh­rungs­emp­feh­lungen im Hin­blick auf eine Ver­rin­gerung des Schlag­an­fall­ri­sikos? Laut einer aktu­ellen Studie ja (Nut­rition Reviews 2012;70:423–435). Demnach wirken Obst, Gemüse und Soja pro­tektiv gegen Schlag­anfall. Dazu der Wiener Neu­rologe Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalou­schek: „Diese Nah­rungs­mittel haben sicher eine gene­relle gesund­heits­för­dernde Wirkung, die auf ver­schie­denen Inhalts­stoffen wie Vit­amine, Anti­oxi­dantien und Fla­vo­noide beruht. Man kann annehmen, dass dabei auch Stoff­wech­sel­vor­gänge – Repa­ra­tur­vor­gänge etwa – unter­stützt werden, die einem Schlag­anfall ent­gegen wirken.“ Abge­sehen davon werden ten­den­ziell weniger „unge­sunde“ Nah­rungs­mittel kon­su­miert, wenn der Anteil an Obst und Gemüse hoch ist. Auch bei Soja erscheint eine Ver­schiebung der Nah­rungs­auf­nahme als plau­sible Erklärung: „Wird der Eiweiß­bedarf dadurch gedeckt, so nimmt man eher weniger tie­ri­sches Eiweiß zu sich, was ja meist mit der Auf­nahme von tie­ri­schen, also nach­tei­ligen Fetten, ver­bunden ist.“

Fisch und Voll­korn­pro­dukte sind aus zwei­erlei Gründen zu favo­ri­sieren. Voll­korn­pro­dukte gehen mit einem lang­sa­meren und gerin­geren Anstieg des Blut­zu­ckers und damit einer lediglich mode­raten Insu­lin­aus­schüttung einher. Fetter Fisch hat den Vorteil einer güns­tigen Fett­säu­re­zu­sam­men­setzung, für mageren Fisch spricht der Gehalt an hoch­wer­tigem Eiweiß.

Alles in allem kann die „west­liche Ernährung“ mit einem relativ hohen Energie‑, Fett- und Zucker­gehalt als risi­ko­er­höhend gesehen werden, was auch in der genannten Studie bestätigt wird. Als pro­tektiv nenn die Studie eine Ernährung nach den DASH-​Prinzipien, die medi­terrane Diät und eine kalo­rien­re­du­zierte Ernährung. „Die Auf­nahme von gerade so vielen Kalorien, dass Hunger ver­mieden wird oder ein leichtes Hun­ger­gefühl bestehen bleibt, hat sich ja schon mehrfach als för­derlich für die Gesundheit erwiesen“, bekräftigt Prof. Lalouschek.

Autor: K.G.

Patienten-​Homepage: www.schlaganfall-was-tun.at